Malaysia

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Die Menschen

  Bevölkerung

 

   Die Malakkahalbinsel ist seit etwa 6 000 bis 8 000 Jahren besiedelt. In Sarawak, das von der Halbinsel durch das Südchinesische Meer getrennt ist, fand man auf eine Besiedlung hindeutende Überreste, deren Alter auf 40 000 Jahre geschätzt wird. Die Vorfahren der heutigen Bewohner Malaysias wanderten vor etwa 4 000 Jahren aus China auf die Halbinsel ein, die sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für den Handel zwischen China und Indien entwickelte. Es gab jedoch nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen philosophischen, religiösen, künstlerischen und politischen Austausch. Etwa mit Beginn der christlichen Zeitrechnung kamen indische Händler nach Malaysia, denen in den nächsten Jahrhunderten buddhistische und brahmanische Missionare sowie hinduistische Siedler folgten.

 

Die Malaysier, die auch Bumiputra (“Söhne der Erde”) genannt werden, stellen etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Ein Drittel sind Chinesen, der Großteil der übrigen Bevölkerung sind Inder. Die Hauptstadt Kuala Lumpur ist mit Abstand die größte Stadt des Landes. In urbanen Gebieten leben 55 Prozent der Bevölkerung (1996).

 

 Sprache

 

   Malaysisch ist die Amtssprache. Die Chinesen sprechen zudem verschiedene chinesische Dialekte wie Kantonesisch, Hakka, Hokkien, Mandarin oder Min. Die meisten Malaysier sind zwei- oder sogar mehrsprachig, und Englisch wird, außer in abgelegenen Gebieten, überall gesprochen.

 

 Religion

 

   Der Islam ist die Staatsreligion Malaysias, die Verfassung garantiert jedoch Religionsfreiheit. Die meisten Malaysier sind Muslime. Die Chinesen der Halbinsel hängen vorwiegend dem Buddhismus an, aber es gibt auch Taoisten, Christen und Konfuzianer. Die Inder sind in der Regel Anhänger des Hinduismus, einige wenige des Christentums. In den Bundesstaaten Sabah und Sarawak unterscheidet sich die Verteilung der Religionszugehörigkeit vom Rest des Landes.

 

  Sitten und Gebräuche

   Familienstruktur

 

   Die Familie hat noch großen Einfluss bei der Heirat. Eine Ehe bedeutet nicht nur die Verbindung zweier Menschen, sondern auch die Verbindung zweier Familien. Die Hochzeitsbräuche und -kleider sind je nach Religionszugehörigkeit sehr unterschiedlich.

 

Die Großfamilie ist in Malaysia noch von großer Bedeutung. Nicht selten leben mehr als zwei Generationen unter einem Dach. Alten Menschen wird besonderer Respekt entgegengebracht. In den Städten findet man mittlerweile vorwiegend Kernfamilien. Der Kinderwunsch nimmt im Gegensatz zu früher ab.

 

 Essen und Trinken

  

  Hauptnahrungsmittel sind Reis und Fisch. Speisen werden gewöhnlich stark gewürzt. Zu den im Land wachsenden Früchten gehören Ananas, Bananen, Papayas und Durians. Durians sind groß, von ovaler Form und haben einen starken, teilweise unangenehmen Geruch, gelten aber als die schmackhaftesten und hochwertigsten aller Früchte. In Kuala Lumpur gibt es eine Vielfalt an internationalen Restaurants.

 

Die verschiedenen Ethnien haben auch unterschiedliche Essgewohnheiten. Traditionell essen Malaysier und Inder mit den Händen oder mit Löffel und Gabel. Die Chinesen verwenden Stäbchen oder ebenfalls Löffel und Gabel. Einige Religionsgruppen meiden bestimmte Nahrungsmittel – gläubige Muslime essen kein Schweinefleisch und trinken keinen Alkohol, Hindus und manche Buddhisten essen kein Rindfleisch.

 

  Umgangsformen

 

  Männer reichen sich zur Begrüßung meistens die Hand, gute Freunde fassen dabei diejenige des anderen mit beiden Händen. Ältere Menschen grüßt man mit einer leichten Verbeugung oder dem Neigen des Kopfes. Frauen und ältere Leute geben einem nicht die Hand, sondern sprechen eine Grußformel. Wenn man einander vorgestellt wird, tauscht man anschließend in der Regel Visitenkarten aus, um den Status des Gegenübers genau einschätzen und sich entsprechend verhalten zu können. Nichtmalaysier werden üblicherweise mit Selamat pagi (“Guten Morgen”) begrüßt. Ein ungezwungener Gruß ist Halo (“Hallo”). Unter Muslimen ist Salaam Aleikum üblich. Oft hört man auch die Formel Afa khabar (“Wie geht's?” oder “Was gibt's Neues?”). Wenn man eine Personengruppe grüßt, verlässt oder passiert, verbeugt man sich leicht.

 

Besuche bei Verwandten und Freunden gehören zum malaysischen Alltag. Es ist gebräuchlich, jemanden unangemeldet zu besuchen. In den Städten kündigen die Malaysier ihren Besuch jedoch meist vorher an. Gäste werden gerne nach Hause zum Essen eingeladen. Es wird nicht erwartet, dass die Eingeladenen pünktlich erscheinen. Veranstaltungen und Treffen beginnen dem entsprechend oft später als vorgesehen. Vor dem Betreten eines Privathauses zieht man die Schuhe aus. Wenn einem Gast Erfrischungen angeboten werden, sollte er diese annehmen, um den Gastgeber nicht zu beleidigen. Getränke werden mit beiden Händen gereicht und angenommen.

 

  Freizeit

 

  Fußball und Badminton sind die beliebtesten Sportarten in Malaysia. Hockey, Kricket, Rugby und Tischtennis werden ebenfalls gerne gespielt. Außerdem sind Schwimmen, Tennis, Radfahren, Volleyball und Squash gern praktizierte Freizeitaktivitäten. Zu den traditionellen Sportarten gehören Sepaktakraw (ein Mannschaftswettkampf, bei dem mit einem Rattanball gespielt wird), Gasing (bei dem schwere Kreisel möglichst lange in Bewegung gehalten werden müssen) und Kampfsportarten wie Silat. Fernsehen, Kinobesuche und Treffen mit Freunden sind weitere beliebte Freizeitbeschäftigungen.